Kleiner Wikinger – Teil 1

 

Eiskalter Wind fegt über das Gebirge und treibt den Schnee in das Tal. Die Last des weißen Zaubers wird zu der Zweige Qual. Ein kleines Dorf, schutzlos liegt es da, denn die Männer mit ihren Schiffen weit auf dem Meer.

Hoch oben in einer Eibe ein kleiner Junge hat sich versteckt und kein Laut über seine Lippen kommt. Still und regungslos sitzt er im Baume und eine kleine Träne über seine Wange rollt. Erbarmungslos der Feind sein Dorf hat niedergebrannt, nur Wenige sind entkommen und im Wald verstreut. Noch immer ist er da, der Feind ganz nah, sein Saufgelage und Gegröle unerträglich wird. Der kleine Junge weiß, dass wenn die Nacht bricht herein, er sich auf den Weg begibt, auf das er seine Schwester findet.

Im Schutze der Dunkelheit der kleine Junge sich von seiner Eibe traut. Ängstlich und doch mutig läuft er durch den Wald, der Schnee immer tiefer wird und er sich entfernt von seinem Heimatdorf, das einst gewesen. Fest hält er in seiner kleinen Hand das eigen Schwert, Pfeil und Bogen über seiner Schulter hängen. Er läuft und bleibt nicht stehen, keine Pause er sich gönnt - sein Blick, voll Trauer und auch Zorn, nach vorn gerichtet. ‚Eines Tages komm ich zurück, keine Gnade will ich euch schenken. Ihr werdet dafür bezahlen.’

Drogandar – so wird er von den Göttern genannt!


Kleiner Wikinger – Teil 2

 

Die Morgendämmerung macht sich breit, noch lange auf seinem Wege, hat das Gegröle des Feindes ihn verfolgt. Müde und durchgefroren kommt er an, Drogandar hat endlich den See erreicht. ‚An welcher Stelle mag das Überqueren wohl sicher sein?’ Denkt er bei sich und sein Blick über das gefrorene Wasser schweift. Der Weg um den See herum ist doch zu weit und kostet ihn viel Zeit. Er schaut zu den Bergen auf der anderen Seit und fühlt sich einsam. Auch weiß er, dass er sich beeilen muss, denn er ist jetzt schutzlos und den Blicken des Feindes ausgesetzt.

Am Ufer läuft er hin und her, nervös und erschöpft er eine Entscheidung fällt. Auf des Sees dickem Eis er sich begibt und im Moment nichts mehr wünscht, als das andere Ufer zu erreichen. Jeder kleine Schritt den er nun legt zurück, wird begleitet von Pein. Der Sonne Strahlen sich durch die Wolken winden und das fahle Licht die Sinne trüben. In der Mitte des Sees angekommen, das Fell seine Schweißperlen auffangen, ein Knacken unter seinen kleinen Füßen und ehe er reagieren kann, bricht er ein. Sein Schwert am Eisrande liegen bleibt, er seinen Kampf mit dem kalten Wasser beginnt und er immer tiefer sinkt, als eine große Hand ihn packt und ihn hoch auf das Eis zerrt.

„Hast noch mal Glück gehabt, für Dich ist es noch nicht an der Zeit!“ Eine dunkle Stimme und den Hut weit in das Gesicht gezogen, steht eine große Gestalt vor ihm. Drogandar nur ein schattenbedecktes Gesicht

wahrnimmt, bevor er das Bewusstsein verliert…