Fliegende Blume

 

Ein kleines Ei abseits liegt und in sich eine kleine Raupe trägt.

Die kleine Raupe frisst sich durch und satt,

ihr Mantel wird gar so eng und sie streift ihn ab.

Sie frisst und frisst sich kugelrund,

bis auch das nächste Kleid sie kneift.

Die kleine Raupe kann sich nicht entscheiden für das

richtige Gewand, sucht sich ein ruhiges Plätzchen und

verpuppt sich in aller Stille so dann.

Tage, aber auch Jahre werden vergehen,

doch ein kleines Wunder wird unaufhaltsam geschehen.

 

Aus der einst dicken Raupe ein zauberhafter Schmetterling entsteht…

Auch fliegende Blume genannt.

Hinter einem Blätterzweige,

entdeckte ich den schönen See.

In der Stille fühlte ich mich geborgen,

kein Menschlein weit und breit zu sehn.

Bewegte mich ohne Angst und Pein,

es schien, als sollt ich frei von Zwängen sein.

Doch eh ich mich versah,

ein kleiner Mensch hatte mich erblickt,

so war es um mein unbeschwertes Sein geschehn…

 

 

Die Naturgeister



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Irgendwann geh auch ich meine letzten Stufen,

wie so viele vor mir.

Irgendwann gilt mein letzter Gedanke dem Leben,

wie so vielen davor.

Irgendwann lass ich los und geh den anderen Weg,

wie so viele zuvor.

Doch bis dahin, lebe ich mein eigenes Leben,

wie auch ihr und so viele vor mir.

 

 

Immer weiter dreh ich meine Runden,

etliche Runden, Stund um Stund.

Jahrtausende längst vergangen,

drehe weiter beschwerliche Runden.

 

Ach, Ihr kleinen Menschenkinder,

wollt Euch doch weiter mit mir drehn,

unendlich viele Kreise in meiner Bahn.

 

Ich weiß, Ihr meint es nur gut,

doch verdorbene Flut zur Zeit unendlich.

Drum übt Euch endlich im Verzicht,

respektiert mich und meine Gefährten.

 

So werden wir noch viele Jahre drehn,

gemeinsame Runden, Stund um Stund…



 

Verborgen in der Dunkelheit,

geschützt durch kalte Hand,

sprießen wir mit den Sonnenstrahlen

und recken uns gegen’ s Himmelszelt.

Unsere Wurzeln frisch gestärkt,

wachsen wir über uns hinaus.

Schenken Euch an hektischen Tagen

einen stillen und ruhigen Hort.

Mögen nichts anderes für Euch sein,

als ein kleiner Rückzugsort.

 

Die Naturgeister

 

 

 

Auf leisen Sohlen und verstohlen,

lug ich um’s Eck aus meinem Versteck.

Färb die Blätter gelb, orange und feuerrot,

lass alle Sommerblumen welken,

verwandel was einst grün in braun.

Lass euch öfters innehalten und

schenk der Natur ihren Ruheraum.

Mein Name? Herbst werd ich genannt,

und besuch zu gegebener Zeit das Land.



  

 

Hast Du jemals gewagt,

hinter die Fassade zu schaun?

Jene Fassade, die im Glanze erstrahlt,

die es vermag, das Schlechte zu verbergen?

Hast Du es je versucht,

an der Fassade zu kratzen?

Jene Fassade, die im Glanze erstrahlt,

die es vermag, den Schein zu wahren?

Ich kann Dir nur raten, lass es sein…

Lebe Dein Leben mit all seinen Fehlern, 

jenes Leben, ohne mit Blut und

Schweiß zu bezahlen!

 

Ich muss es loswerden, seid mir nicht böse.

Ich brauch keine Tage,

die mir irgendetwas sagen!

Ich brauch keine Tage,

die mir flüstern, was ich zu fühlen vermag!

Auch wenn ich manchmal ruppig bin,

wenn ich zum Schutze, trage hoch mein Kinn,

lass auch mal nen blöden Spruch,

der vielleicht mal den rechten Platz nicht Inne hat,

so weiß ich eins gewiss und das ohne viel …

Ich liebe meine Mutter, die mir viel bedeutet,

an meiner Seite stand und steht, zu jeder Zeit!

Meinen Vater, der gekämpft hat und doch verloren!

Ich denk an all die Menschen,

die nichts oder viel zu Essen haben,

ich denk an all die Kranken,

jene, die an jedem Tage danken, dass sie sind!

Bin froh, dass ich soweit in Ordnung bin

und mein kurzes Leben gibt mir einen Sinn!

Hab aufgehört zu jammern, schon lang! 

Weil ich gelernt hab, dass Andere viel

schlechter dran sind!!!